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Zehn lange Jahre ohne Ausfall

Während Miele und Bosch nahezu mit Traumnoten glänzen, landen Bauknecht, LG und Samsung abgeschlagen hinten. Grund ist ihr frühzeitiges Versagen im Dauertest – jenem Prüfpunkt, bei dem wir eine Nutzungszeit von zehn Jahren simulieren. Wer hier mit Prädikat bestehen will, muss summa summarum 1 840 Wäschen überstehen, ohne größere Ausfälle, versteht sich. Acht Maschinen schaffen das, zeigen hier also eine starke Leistung. So viel Durchhaltevermögen erspart den Kunden Reparaturen und Ärger. Denn die Kundendienste machen beim Service vieles falsch und sind außerdem noch teuer, wie unser Test beweist.

 

Bei Samsung brachen Federn

Die Waschmaschinen von Samsung gaben schon nach simulierten vier bis sechs Jahren Laufzeit den Geist auf – und zwar alle getesteten Geräte. In jeder Waschmaschine brach mindestens eine der Aufhängefedern für den Laugenbehälter. Der Laugenbehälter muss aber richtig sitzen, er umgibt die Waschtrommel und fängt das dort ein- und abfließende Wasser auf. Für das Samsung-Modell heißt das test-Qualitätsurteil deshalb „mangelhaft“. Nach eigenen Angaben bietet Samsung das Modell jetzt mit anderen Federn an.

 

 

Bei Bauknecht Kontrollschalter defekt

Auch die Bauknecht-Geräte schwächelten alle in ein und demselben Punkt. Falscher Alarm brachte sie zum Stoppen. Ursache war ein defekter Kontrollschalter in der Bodenwanne, der üblicherweise Wasserschäden signalisiert und die Maschine dann abschaltet. Es trat hier aber gar kein Wasser aus. Da sich der Kontrollschalter unkompliziert auswechseln lässt und der Defekt keine Folgeschäden mit sich bringt, kommt Bauknecht noch auf ein „Ausreichend“. So auch das LG-Modell, das nach spätestens fünf Jahren mit dem Programmablauf haderte: Nach dem Waschen schaltete es einfach nicht ab.

Bei EBD unsicherer Schutz vor Wasser
Auch die Waschmaschine von EBD, die günstigste im Test, schaffte es wegen ihres schlechten Schutzes vor Wasserschäden insgesamt nur auf das Urteil „ausreichend“. Bei undichten Stellen lässt sie ihren Besitzer im Stich. Sie hat keine dichte Bodenwanne zum Wassersammeln und stellt sich auch nicht automatisch ab.
Um die Sicherheit zu prüfen, simulieren wir fünf Fehler. Zum Beispiel wird der Niveauschalter manipuliert. Der kontrolliert den Wasserstand im Laugenbehälter. Sind die Geräte dann gewappnet? Bei EBD lief das Wasser ununterbrochen aus der Waschmittelschublade. Auch Bauknecht, LG, Samsung und Whirlpool haben keinen optimalen Wasserschutz. Sie sollten nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.
In den Grundfunktionen Waschen, Spülen und Schleudern schneidet die Waschmaschine von EBD insgesamt ebenso am schlechtesten ab. Empfehlen kann man sie so nicht – immerhin hat ein deutscher Haushalt pro Jahr mit rund 550 Kilo Schmutzwäsche zu kämpfen. Überhaupt bieten die meisten Waschmaschinen im Test nicht mehr als eine „befriedigende“ Wasch-, Spül- und Schleuderleistung. Dabei erwartet der Käufer gerade hier starke Resultate. Viele Geräte enttäuschen in einem der Programme „Bunt“, „Pflegeleicht“ und „Bunt kurz“ beim Spülen oder Schleudern. Nur Bauknecht, Bosch und Miele sind besser.

 

Miele bleibt der Spitzenreiter

 

 

Seit Jahren geht Miele in unseren Waschmaschinen-Tests als Sieger hervor. So auch dieses Mal, wenngleich Bosch und Siemens ihm hart auf den Fersen sind. Im Vergleich zur Konkurrenz kostet die Miele-Maschine fast das Doppelte. Dafür läuft sie auch am längsten, nämlich 18,5 Jahre, wie eine Verbraucherbefragung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergab. Miele selbst wirbt zudem stark mit seiner „Schontrommel“. Ob sie wirklich sanfter in der Pflege ist, bleibt schwer zu sagen. Dieser Aspekt kann von uns bisher nicht verlässlich genug geprüft werden.
Die Umsatzzahlen sprechen ebenfalls für den Testsieger: Mit einem Marktanteil von über 20 Prozent führte Miele 2006 das Geschäft mit den Frontladern an, wieder gefolgt von Siemens und Bosch.

Warum kein AEG-Gerät im Test ist
Der Absatz aller drei Marken ist leicht gestiegen – zulasten von Whirlpool und AEG-Electrolux. Der Rückgang bei AEG ist auf wochenlange Streiks zurückzuführen, womöglich kauften auch viele Kunden aus Protest gegen die Unternehmenspolitik die Maschinen nicht mehr. Der schwedische Mutterkonzern von AEG, Electrolux, hatte Ende 2005 die Schließung des Werks in Nürnberg beschlossen. 1 700 Arbeitsplätze sollen nach Polen und Italien verlagert werden. Wegen dieser Veränderungen konnte von uns keine AEG-Maschine mitgetestet werden.

Auf der Suche nach Innovationen

Ständig ist die Branche auf der Suche nach Innovationen, um den Absatz anzukurbeln. Die Firmen leben hauptsächlich vom Geschäft mit dem Ersatzbedarf.
Und so wird die weiße Ware immer schicker, was sich zum Beispiel in verchromten Bullaugen und modernen Bedienleisten zeigt. Siemens setzt etwa auf ein flottes, farbiges Display und Sensortasten, die der Gewöhnung bedürfen. Auch werden Waschmaschinen mit immer mehr Extrafunktionen ausgestattet: Heute kann der Nutzer zum Beispiel bestimmen, zu welchem Zeitpunkt die Maschine fertig gewaschen haben soll.
Apropos Innovationen: Ausgerechnet die zwei Waschmaschinen mit den größten Neuerungen zählen bei uns zu den Testverlierern. Samsung setzt seit gut einem Jahr auf die „Silver Wash“-Technik. Zugesetzte Silberionen sollen die Wäsche „nahezu keimfrei“ machen. Die Wirkung des Verfahrens gilt als umstritten. LG wiederum hat eine brandneue Maschine entwickelt, die mit Dampf arbeitet. Mit 1 350 Euro ist sie die teuerste Maschine im Test und sehr elegant. Ihre diversen Extras haben wir außerhalb des Tests exemplarisch unter die Lupe genommen. Eine weltbewegende Neuheit versteckt sich nicht dahinter.

50 statt 100 Liter Wasser

Ein sparsamer Wasser- und Energieverbrauch zählt heute zu einem der wichtigsten Kriterien beim Waschmaschinenkauf. Hier hat sich in den vergangenen 15 Jahren enorm viel getan: Liefen früher bei einer Fünf-Kilo-Wäsche über 100 Liter ab, ist es heute im Schnitt nur noch die Hälfte. Fast alle Waschmaschinen im Test erwiesen sich als „gut“ umweltverträglich.

Wassersparen und seine Folgen

Doch die Branche dreht sich im Kreis: Je mehr Wasser die Geräte sparen, umso schlechter kann ihre Spülleistung sein. So gibt es Tasten für weitere Spülgänge, die den Sparmodus wieder aufheben.
Außerdem ist Wassersparen ohne Grenzen auch nicht sinnvoll: Noch haben wir hierzulande mehr Wasser zur Verfügung, als wir überhaupt nutzen. Schon jetzt sind infolge der Sparwut einige unserer Abwasserkanäle in Gefahr. Um instand zu bleiben, brauchen sie nämlich einen gewissen Durchlauf.